Neues aus Andreas Hundewelt

Neues aus Andreas Hundewelt

Lang, lang ist´s her, dass ich meinen letzten Artikel zum Thema Barfen verfasst habe. Dabei hatte ich mir vorgenommen, abseits der allgemeinen Tipps auch ein paar konkrete Rezepte zu liefern, um mit dazu beizutragen, Unsicherheiten hinsichtlich des Barfthemas abzubauen. Auch habe ich trotz meiner exzellenten Erfahrungen, die durch tierärztlich erstellte Barfprofile bestätigt wurden, mal wieder feststellen müssen: Man lernt nie aus!

Durch die Onlinekurse von Dr. Franz Spitzer (www.futterpro.de) habe ich gelernt, dass auch ein exzellentes Barfprofil nicht bedeutet, dass man die Hundeernährung nicht noch optimieren kann. Ich habe herausgefunden, dass es absolut sinnvoll ist dem Futter noch Blut hinzusetzen, um die Eisenversorgung sicher zu stellen. Tipp für alle, die es fies finden mit Rinderblut rumzumachen: Es gibt das Zeug auch gefriergetrocknet. So kann man es dem Futter zusetzen, ohne dass es eklig wird. Außerdem: keine Angst vor Fett! Fett ist der Hauptenergielieferant für den Hund! Also ruhig kernige Fleischsorten mit entsprechendem Fettanteil verwenden. Von den Hähnchenkottelets vom türkischen Metzger, auf keinen Fall Haut und Fett wegoperieren, was ich anfangs gemacht habe, damit der Hund nicht zunimmt. Ich habe ihm damit gleichzeitig wertvolle Energie geraubt plus wichtiges Zink, was in der Haut sitzt und für meinen Hund, der immer wieder mit Hautproblemen zu kämpfen hatte, essentiell notwendig ist.

Aber trotz gemachter Fehler steht für mich nach wie vor fest: Wir können beim barfen aus Versehen nicht so viele Fehler machen bei der Hundeernährung, wie die Futtermittelindustrie es sehenden Auges und wider besseren Wissen tut. Also ran an den Speck – im Sinne der Tiergesundheit.

Wer sich an meinen letzten Artikel erinnert, wird wissen, dass ich viel Abwechslung propagiere, um die optimale Nährstoffversorgung, ohne viel Nachdenken, unter dem Strich sicher zu stellen. Außerdem habe ich davon gesprochen, Chargen mit und ohne Knochen herzustellen, um die Verdauung nicht mit zu viel Knochen zu überlasten. Wie sieht das konkret aus?

Ich nehme meinen größten Topf, gebe eine große Dose Tomaten hinein und gare darin einen grob zerkleinerten Spitzkohl und einen Rotkohl. Kohlgemüse werden im Winter feldfrisch geerntet und bieten somit die volle Nährstoffpalette. Wenn das Gemüse gar ist, kommt eine Hand voll Salz dazu. Dann püriere ich das Gemüse und setze gutes Sonnenblumenöl oder Distelöl hinzu. Keine Sorge wegen der vermeintlich schweren Verdaulichkeit von Kohl. Schwer verdaulich sind diese Gemüse durch ihre feste Faserstruktur. Diese wird durch das Pürieren aufgebrochen und wird dadurch ohne Probleme verdaut. Dann stelle ich den Topf auf den Balkon, damit die Mischung schnell auskühlt.

Derweil gehe ich zum türkischen Metzger und kaufe dort 7 Hähnchenkottelets (der obere Teil einer ganzen Keule mit Haut und Knochen) und 5 Lammherzen. Das sind etwa zwei Kilo. Dann ergänze ich das Ganze mit einem Kilo Hühnerleber, Herzen oder Mägen. Auch wenn ich im letzten Artikel geschrieben habe, nicht mit Innereien zu übertreiben sind Herz und Magen per Definition Muskelgewebe, auch wenn sie im Inneren des Tieres angesiedelt sind. Mägen haben zusätzlich den Charme, dass sie als Teil des Verdauungstraktes über wichtige Mikroorganismen verfügen.

Mit dieser Mischung aus 3 Kilo Fleisch, Knochen und Innereien und dem Inhalt des Gemüsetopfes packe ich 7 Tagesrationen für meinen 32 Kilo Schäferhund-Saluki-Mix Ben. Die Hähnchenkottelets zerlege ich noch mit einem Fleischerbeil (das Beil nur herniedersausen lassen, wenn die andere Hand nicht in der Nähe ist!), die Lammherzen würfele ich, die Mägen können bleiben wie sie sind. Ist Leber im Spiel, so kann man die ganz einfach mit den Fingern auseinanderziehen.


 

Dem erkalteten Gemüsebrei setze ich noch das gefriergetrocknete Blut zu und gebe davon eine gute Kelle in jede der 7 (3 Liter Volumen) Gefriertüten. Dann kommen die tierischen Anteile gleichmäßig verteilt hinzu. Bewährt hat sich, die Koteletts in die Mitte zu packen, damit die Knochen nicht die Plastiktüte perforieren können. Dann noch eine Kelle Gemüsebrei oben drauf. So ist sichergestellt, dass das Fleisch vom Gemüse ummantelt ist und auch bei nicht perfekt entlüfteter Tüte kein Gefrierbrand am Fleisch entsteht.

Dann stelle ich ein oder zwei Tage später noch eine Charge mit beispielsweise Möhren, Kohlrabi und Kartoffeln her. Hier kommen dann 3 Kilo Rindermix rot vom Barfshop meines Vertrauens hinein. Diese Mischung besteht aus 40% Kleinfleisch, 25% Herz, 20% Lefzen und 15% Innereien. So habe ich immer Futterladungen mit Knochen und ohne Knochen im Tiefkühlfach. Durch die unterschiedlichen Gemüse kann ich an der Farbe erkennen, wo die Knochen mit drin sind und wo nicht. Gleichzeitig habe mit 6 unterschiedlichen Gemüsen und Lamm, Huhn und Rind eine hohe Nährstoffvielfalt- und dichte.

Von Anfang an habe ich die Gemüsemischungen auch gerne mit einem Bund Kräutern (Petersilie, Salbei, Koriander, Minze, etc.) versetzt. Kräuter bereichern die Mahlzeit nicht nur geschmacklich, sondern auch durch wertvolle Inhaltsstoffe. Mittlerweile würze ich auch gerne mit Kurkuma (wirkt entgiftend), Schwarzkümmel oder Kümmel, Apfelessig (viele wertvolle Inhaltsstoffe, die Gutes von innen und von außen bewirken), Fenchelsaat, Knoblauch, etc. Also auch hier gilt: keine Angst vor Gewürzen. Sie bewirken Gutes und schaden absolut nicht der Verdauung. Nur nichts Scharfes rein! Kein Pfeffer oder Chili! Wer gehört hat, dass Knoblauch giftig ist für Hunde, dem sei gesagt, dass das ab 5 Gramm pro Kilo Körpergewicht gilt. Das heißt, 3 oder 4 Zehen pro Wochenration schaden nicht, wirken blutreinigend und machen unseren Liebling unattraktiv für Zecken und Milben. Wesentlich verträglicher als Spot-ons oder Giftpillen von innen.

Weiterer toller Nebeneffekt: Durch das wilde Mischen der Gemüse, im Sinne der höchstmöglichen Nährstoffabdeckung, entstehen auch gute Varianten für die eigene Küche. Beispiel: Filderkohl, Möhren und ein paar Kartoffeln in Dosentomaten gegart ergeben ein ausgesprochen leckeres Gemüsepürree. Salz und Pfeffer dazu und etwas Butter – herrlich!

Wer Genaueres über die Zusammenhänge Tiergesundheit und biologisch artgerechter Rohfütterung wissen möchte, dem sei noch mal Dr. Franz Spitzer (www.futterpro.de) ans Herz gelegt. Bereits die kostenlosen Webinare sind empfehlenswert. Die Onlinekurse sind noch aufschlussreicher. Hier schließt sich für mich der Kreis zu Dr. Jutta Ziegler und den Inhalten ihrer Bücher, die wir ja schon länger im Angebot haben.