Das ist unser Sorgenkind seit nunmehr 8 Jahren bestimmen seine Zwänge größtenteils unseren Tagesablauf

Hinweis: Meine Ausführungen auf dieser Seite sind hier rein privater Natur und erheben keinesfalls Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit sondern sind nur unsere ganz persönlichen Erlebnisse mit einer Kreuzband-Op.

KREUZBAND-OPERATION - Kaisers OP-TAGEBUCH

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DIE VORGESCHICHTE:

Seit einer Ohr-Akkupunktur-Sitzung 5 Wochen zuvor, bei der er sich sehr gesträubt hat und rumzappelte, humpelte Kaiser (10 Jahre) auf seinem hinteren linken Bein. Teilweise setzte er es auch nicht mehr auf. Da am nächsten Tag eine Zahn-OP und ein Bauchschnitt mit Vollnarkose anstand mit anschließenden Schmerzmittelgaben und Ruhigstellen dachten wir zuerst, der Humpel-Spuk wäre danach auch schnell vorbei. Kaiser hat ja Goldimplantate in der Hüfte (wegen beidseitiger schwerer HD), sehr wahrscheinlich also, dass er sich nur überanstrengt oder vertreten hat..

Spaziergänge beschränkten sich auf wenige 100 Meter, danach wollte er dringend wieder nach Hause. Das Laufen strengte ihn sichtlich an. Aber auch mit aller "Bettruhe" durch mittlerweile 2 Vollnarkosen (eine weitere Zahn-OP war notwendig geworden) wurde das Humpeln nicht besser. Jegliche Entzündung oder Überbelastung hätte längst bei den Medikamenten und der extremem Schonung vorbei sein müssen.... also nochmal ab zum Tierarzt

Der dreht und schiebt das Beinchen mach den "Schubladentest", bei dem Kaiser laut aufjault, sich das Gelenk aber nicht eindeutig zu viel verschieben lässt. Kreuzband-Anriss oder auch eine Dehnung standen als Diagnose im Raum. Röntgenbilder anzufertigen wäre quatsch, auf den Bildern sind die Sehnen und Bänder nicht zu sehen. Ab zum Spezialisten (Orthopäde) wurden wir geschickt, nur dieser kann durch ausreichend Erfahrung die Feinheiten zwischen Riss, Anriss und Dehnung recht genau feststellen...


BEIM SPEZIALISTEN (ORTHOPÄDE)

Am 26.8.2009 stellte ich Kaiser dem Orthopäden vor. Auf den Tisch rauf, "Schubladentest" im Stehen (beim TA vorher musste ich ihn noch auf die Seite legen) mit einem gekonnten Griff (Kaiser jaulte dabei nicht) und Ober- und Unterschenkel ließen sich sichtbar gegeneinander verschieben. "Kreuzbandriss" ganz ohne Zweifel.

Der Tierarzt erklärte geduldig und von sich aus die Ursachen für einen Kreuzbandriss beim Hund, die möglichen Operationstechniken, und die Chancen und Risiken. Beim Hund entsteht, im Gegensatz zu den Menschen, ein Kreuzbandriss eigentlich immer durch Abnutzung und eher selten durch einen Unfall oder ein "Vertreten". Das Band reißt wie ein Wollfaden über längere Zeit langsam in einzelnen Fasern bis es dann irgendwann ganz reißt. Gut möglich, dass es z.B. durch den "Schubladentest" beim vorherigen Tierarzt final gerissen ist, oder, oder oder.... ist aber auch egal, denn ein Anriss wird in der Regel genau wir ein Riss behandelt, denn das Kreuzband kann aufgrund dieser Faserstruktur nicht wieder zusammenwachsen. Unbehandelt wird innerhalb kurzer Zeit erst der Meniskus geschädigt und dann kommt es zur irreparablen Arthrose im Gelenk.

Er riet uns aufgrund des Alters (10 Jahre), des Gewichts (22 Kilo) und des ruhigen Couchpotatoe-Gemüts von Kaiser zum klassischen Bandersatz. Die neuere Operationstechnik TPLO (Abkürzung für Tibial Plateau Leveling Osteotomy -> http://de.wikipedia.org/wiki/TPLO ) wäre langwieriger im Abheilen und Kaiser hatte schon Muskulatur im Rumpf durch das nun schon 6 Wochen dauernde Ruhigstellen verloren. TPLO würden Sie bei schweren Hunden und Hunden, die sportlich geführt wären, bevorzugt durchführen, aber beides traf auf meinen Couch-Dackel wahrlich nicht zu.... Erfolgsquote auf dem operierten Bein ca. 85%. Aber auch ca. 40-50% Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 1-1,5 Jahren auch das Kreuzband im andern Hinterbein reißt. Denn die Fehlbelastung als Ursache eines schleichenden Risses besteht in der Regel auch auf dem andern Bein und durch die anfängliche Humpelei und langsame Regeneration nach einer OP wird das Kreuzband im andern Bein stark im Mitleidenschaft gezogen. Na prima, das sind ja tolle Aussichten Aber es gibt keine Alternative zur OP....

Nach 20 Minuten verließ ich dann zusammen mit Kaiserlein und der niederschmetternden Diagnose "Kreuzbandriss" wieder die Praxis. Wir sollen eine Nacht drüber schlafen und uns dann melden....

DER OPERATIONS-TAG

Am 1.9.2009 morgens um 8:30 Uhr war der Termin für die Kreuzband-Operation. Kaiser humpelte brav ohne jede böse Ahnung den Weg vom Parkplatz zur Praxis (ich hasse Tierärzte in Gegenden, wo man nicht parken kann, ein Unding ).

Mein Hunde-Opi hoppelte vorbildlich problemlos auf die Waage (22 Kilo) und dann hinter mir her ins Behandlungszimmer.....aber halt: das kam ihm bekannt vor und das fand er schlagartig nicht mehr so toll und jammerte etwas rum und legte die Ohren an. Und dann ging die Tür auf und der Onkel Doktor vom Vortag kam auf ihn zu. Kaiserlein huschte schnell hinter meine Beine, versteckte sich da uns lugte um meine Beine herum zum Doc, ob der Kelch vielleicht an ihm vorüber geht.... ging er nicht, watt mut datt mut....

Narkoseuntersuchung, Besprechung des Vorgehens, Telefonnummern ausgetauscht und schon ein paar Minuten später stand ich mit einer Leine in der Hand aber ohne Hund an meinem Auto.... scheiß Gefühl Ich sollte Mittags anrufen, wie`s gelaufen ist und dann ab 16.00 Uhr nochmal, um den Abholtermin an dem Tag zu besprechen (bis 18:30 Uhr ist Abholung möglich)

Mittags von der Arbeit aus rufe ich an, wie's gelaufen ist, da ist er noch im OP und es wird ihm gerade die Zyste am Kopf rausgeschnitten aber Kreislauf uns alles wäre ok und ich solle mir keine Sorgen machen und gegen 16 Uhr dann wegen Abholtermin anrufen.

16 Uhr direkt beim TA angerufen. Kaiser wäre soweit leidlich bei sich (Narkose wurde nicht aufgehoben, er soll seinen Narkoserausch ausschlafen) und alles ok und wir könnten ihn auch direkt abholen kommen.

Er liegt groggy auf dem Boden, aber das Schwänzchen kann noch leicht zucken, obwohl er noch nicht so richtig viel mitbekommt um sich rum. Ich sitze ein paar Minuten bei ihm auf dem Boden und streichle ihn sanft und murmel ein paar beruhigende Worte. Dann kommt der Doc, erklärt mir den Verlauf der OP und zeigt mit die Röntgenbilder. Es wurde Stahlband eingesetzt, auf dem Röntgenbild natürlich strahlend hell zu sehen. Das würde komplikationsloser verheilen, als die früher üblichen Faserbänder.

Mit der Anweisung: Heute nix mehr zu fressen nur trinken, Hund soll zu Hause auf die Couch und seinen Rausch auschlafen und wir morgen zur Nachontrolle vorbeikommen, werden wir nach Hause entlassen. Hat wer schon mal 22 Kilo schlaffen Hund getragen? Ich trage ihn in 3 Etappen zum Auto und schwöre mir dabei, dass der Moppel nun endlich mal abnehmen muss... sagte ich schon, das ich Tierärzte scheiße finde, wo man nicht parken kann...?

Und das gab man uns wieder:

Kreuzbandriss beim Hund - Bild vom Op-Tag


AM OPERATIONS-TAG WIEDER ZU HAUSE & DIE 1. NACHT


So, der Patient ist wieder zu Hause. Er sieht zwar aus, als wäre er unter einen LKW geraten aber er ist ruhig und scheint keine Schmerzen zu haben. Also auf die Couch gepackt und Rausch ausschlafen lassen....

Kreuzbandriss beim Hund - Bild vom Op-Tag

Hm, nach ner halben Stunde zu Hause fängt das operierte Beinchen bei jedem ausatmen an leicht zu zittern. Aber er sieht ansonsten ruhig aus, scheint auch noch immer keine Schmerzen zu haben..... aber das Beinchen zittert auch nach 10 Minuten noch bei jedem Ausatmen... Herrchen hälts nicht mehr aus und ruft in der Praxis an, ob das normal wäre. Wir sollen uns keine Sorgen machen, das wäre die Nachwirkung der Narkose. Wenn der Hund ansonsten ruhig ist und entspannt schlummert, wäre das kein Grund zur Sorge, und genau das tut er ja.

Da mich der Tag doch sehr mitgenommen hat, schnappe ich mir gegen 21 Uhr den noch immer Rausch auschlafenden ruhigen Hund und trage ihn in den Garten zum Pipimachen. Erst will er so gar nicht, aber dann stellt er sich Kopfanwärts an den Hang, so dass er das Gewicht automatisch auf den Vorderbeinen hat und das verletzte Beinchen leicht anheben kann... Fast 1 Minute steht er da und lässt nur laufen. Kein durchgehender Strahl, er drückt wohl nicht, sondern mit dem Atmen kommt das Pipi in mehreren Wellen...

Ich trage ihn wieder rein und die Treppe runter ins Schlafzimmer in unser Bett. Da heute von ihm nicht mehr mit nervösen Leck- oder Beißhandlungen zu rechnen ist, darf der Herr nach ich weiß nicht wie vielen Jahren das erste mal nachts ohne Hundeschuhe schlafen (aufgrund seiner zwanghaften 24-Stunden-Pfotenbeißerei ist es ohne sonst nicht möglich).

Gegen Mitternacht werde ich durch altbekannte Schmatzgeräusche wach. Nein, bei uns kommen so Geräusche nicht vom Mann sondern vom Hund Kaiserlein ist wieder so munter, dass er seine Pfoten wiederentdeckt hat und mit lecken angefangen hat. Also hochgehuscht, Hundesschuhe geholt und Kaiser angezogen.

Am nächsten Morgen erzählt mein Mann mir, was ich die Nacht verschlafen habe: Gegen 3 Uhr nachts ist Kaiser plötzlich aus dem Bett gesprungen und rausgelaufen. An der Treppe konnte mein Mann ihn stoppen. Er hat ihn hochgetragen und dann hat er im Garten nochmal 2 Minuten am Sück gestrullt... oje, hoffentlich ist beim Sprung nix passiert das muss ich morgen direkt dem Doc erzählen und fragen, was der dazu meint. Toll, schaffen wirs noch nicht mal am ersten Tag sowas zu verhindern....


TAG 1 NACH DER OP

Guter Rat ist teuer! Wie schaffen wir es, das Kaiserlein beim Laufen zu unterstützen? Gut, wenn man an der Quelle sitzt Superduper toll für unseren Fall und ab sofort mein Lieblingsprodukt in unserem Sortiment ist die Hilfsweste mit Tragegriffen:

Kreuzbandriss beim Hund - Bild von Tag 1

Sieht man auf diesem Bild nicht so, aber oben sind 2 Griffe dran, damit kann ich Kaiser beim Laufen leicht stützen, so dass er nicht sein ganzes Gewicht tragen muss. Und weil Kaiser nicht so schwer ist (22 Kilo) kann ich ihn damit auch ganz prima vom Sofa runterheben oder die 3 Treppenstufen vor der Tür. Ich hab mir einfach noch ne Hundeleine an die Griffe festgemacht, und damit muss ich mich selbst noch nicht mal bücken.

Mittags Luca und Herrchen ab ins Auto verfrachtet (Merke: wenn man einen Tierarzt hat, wo man scheiße parken kann, nimm deinen Mann mit, der dann illegalerweise parkend im Auto wartet ) Nach 80 Minuten Warterei im hoffnungslos überfüllten Wartezimmer (war ja ohne Termin offene Sprechstunde, und nein, mein Hund hatte keinen Unfall, auch wenn er so aussieht und ich es bestimmt 1000x erklären musste) gings dann rein zum Doc. Beinchen sieht gut aus, nicht heiß, Herzschlag und Schleimhäute normal, kein Fieber, Patient zeigt normale Reaktionen... Spritze mit Antibiotikum & Schmerzmittel in den Hintern, Antibiotikum-Tabletten und Rhimadyl mitgegeben, 20 EUR gelöhnt und nach 10 Minuten waren wir wieder draußen. Als wir kamen, hatte mein Mann just in dem Moment nach 1,5 Stunden endlich einen legalen Parkplatz bekommen... Sagte ich schon, dass Tierärzte ohne Parkplatz mist sind...? In 10 Tagen sehen die uns erst wieder zum Fädenziehen und ich weiß schon jetzt, dass es wieder ein Familienausflug wird bei den Parkverhältnissen

Das Kaiserlein ist ein geduldiger Patient. Man kann ihn stundenlang auf dem Sofa oder unterm Schreibtisch im Körbchen parken und bis auf gelegentliches Bellen, wenns mal an der Tür klingelt, döst und schläft der Opi vor sich hin.
Ach ja, was war mit Kaisers nächtlichem Sprung aus dem Bett? Der TA meinte, wenn der Hund nicht nach dem Sprung jault und sich normal verhält (was man halt am Operationstag so unter "normal" verstehen kann) wärs nicht schlimm. Was auf jeden Fall ultraschlimm ist und was auch mindestens die nächsten 8 Wochen strikt untersagt ist, ist das schnelle Durchstarten z.B. einem Kanninchen oder einer Katze hinterher. Das wäre für das Kreuzband dann wahrscheinlich wieder die Endlösung... Deshalb auch Leinenzwang draußen.

Aber noch sind wir ja gar nicht "draußen", es wird auch bestimmt noch 1-2 Wochen dauern bis zum ersten 5 Minuten Ausflug nach der OP...

Und so harrt der Patient auf dem Sofa liegend der Dinge, ab und an gehts raus in den Garten zum Pipimachen

Kreuzbandriss beim Hund - Bild von Tag 1

A propos Pipimachen, das geht ja ganz gut, aber der junge Mann hat noch gar keinen Haufen gemacht, seit der Operation am Vortag. Ich kann mir auch echt nicht vorstellen, wie er das auf 3 Beinen bewerkstelligen will Aber Kaiser ist echt der Hit, zusammen mit mir humpelt er in den Garten (Frauchen unterstützt ihn dabei mit der Hilfsweste), stellt sich wie beim Pinkeln kopfabwärts an den Hang und hockt sich mit leichter Schräglage auf's gesunde Hinterbein hin. Frauchen stützt ihn dabei mit dem Geschirr. Wegen der Hangschräge muss er aber nur wenig auf dem einen Hinterbein in die Knie gehen und so gelingt der 1. Haufen nach der OP widererwartend recht einfach

Nachts im Bett weiß Kaiser sich nicht richtig zu legen, humpelte ständig durchs Bett und hält uns alle bis 2:30 Uhr wach. Da ich das Verhalten schon aus den Wochen vor der OP kannte und wusste, dass dieses Verhalten mit Schmerzmittel besser wird (laut TA hätte die Schmerzmittelspritze eigentlich bis zum nächsten Mittag halten müssen) ging ich hoch, holte 100mg Rhimadyl und gab Sie ihm mit etwas Mozarella. Gegen 3 Uhr nachts wirkten dann endlich die Tabletten und er schlief ein...und ich dann auch, wohl wissend, das am nächsten Morgen wieder Arbeitstag ist und um 7 Uhr der Wecker geht...


TAG 2 NACH DER OPERATION


Der Tierarzt hat uns eingebläut, dass der Hund keinesfalls an die Narbe dran darf. Mal über das Pflaster lecken ist nicht schlimm, aber er darf AUF KEINEN FALL an die noch offene Wunde gelangen. Zu groß ist die Gefahr, dass Keime in die große Wunde gelangen und sich das Beinchen enzündet..

Tja, wer Kaiser kennt, der weiß, dass er sich ja immer brennend für alle seinde Körperteile interessiert und sowas wie Wunden eine magische Anziehungskraft auf ihn ausüben. Tagsüber alles kein Problem, Herrchen ist ja selbständig und so hat immer entweder Herrchen oder einer der Mitarbeiter ein Auge auf den unvernünftigen Knibbelheini oder er bekommt den aufblasbaren Leckschutzhalsring um, dann ist auch ruhe.

Leckschutz Halsring

Tagsüber trägt Kaiser nur die Hilfsweste und döst sich durch den Tag. Ich depp hab natürlich die Dosierung für die Antibiotikum-Tabletten vergessen und die Handschrift des Arztes kann man natürlich überhaupt nicht lesen (ist das scheinbar bei allen Ärzten Standard ;-). Also rufe ich von der Arbeit aus in der Praxis an und nach 5 Minuten Wartezeit (die Ärzte scheinen wohl zu Tisch zu sein) gab's die heißersehnte Info: 2x am Tag 1/2 Tablette.... Wie man die Rhimadyl dosiert wusste ich ja, die nahm Kaiser ja auch in der Vergangenheit mal wochenweise wegen der AUA-Hüfte. Denn lesen konnte man nämlich auch auf den Rhimadyl-Packung die Einnahmehinweise des Arztes nicht

Um Kaiserlein etwas Abwechsung zu bieten, sind wir abends mit dem Auto durch die Gegend gefahren. Luca im Kofferraum, Kaiser und Frauchen auf der Rückbank. Fenster auf uns los ging's. Luca schnuffelt sich im Kofferraum immer die Seele aus dem Leib, alls Gerüche von draußen sind ja soooooo interessant . Kaiser schnuffelt nur ab und an mal, aber auch ohne sich sichtbar für seine Umgebung zu interessieren, bekommt er auf der Rückbank ne Menge mit und schnuffeln, gucken, hören ist allemal besser, also nur doof auf dem Sofa rumzuliegen. Ich sitze natürlich mit auf der Rückbank und mit im Fahrtwind. aber was tut man nicht alles für einen glücklichen Hund...... außerdem will ich heute nacht mal gut schlafen nach den lediglich 4 Stunden der vorherigen Nacht.... wenn der Hund den ganzen Tag nur doof auf dem Sofa liegt und döst ist er bestimmt nachts nicht müde und hält und wieder auf Trab....

Hat scheinbar funktioniert, denn das Rumfahren und 100mg Rhimadyl lassen uns alle gut durchschlafen..... DANKE!!!

3. TAG NACH DER OP

Die Nacht war ok und wir haben alle recht gut geschlafen (Danke lieber Gott!!). Allerdings war ich auch erst um 2 Uhr nachts im Bett, weil durch den ganzen Trubel in der Woche hier zu Hause im Betrieb soviel Arbeit liegengeblieben war und um 7 Uhr morgens ging natürlich wieder der Wecker... Der Arbeitstag war lang, ich war erst wieder gegen 19:00 Uhr zu Hause und kann deshalb gar nicht viel übers Kaiserlein schreiben. Er humpelt noch immer, verdöst den ganzen Tag auf dem Sofa und im Körbchen, lässt sich von Herrchen und den Mitarbeitern ordentlich betüddeln und ich glaube -und hoffe- er zählt die Stunden bis endlich das Frauchen wieder zum Animationsprogramm am Abend da ist

Ach, doch, einen Lichtblick gab's am Abend: Eins der Lieblingsspiele von Kaiser und mir ist das "Affe" spielen. Dazu legt sich Kaiser auf den Bauch und streckt alle Vorder- und Hinterbeine lang aus, ich kneife in dann in den Hintern und er beömmert sich und kugelt sich ausdauernd und wild um sich schnappend auf dem Rücken. Ihr wisst was jetzt kommt? Genau Am besagten 3. Abend nach der OP will Kaiser zum "Affen" ansetzen, legt sich auf den Bauch, streckt zuerst die Vorderbeine lang nach vorne, dann das rechte Hinterbein und dann........ tja dann fällt's ihm wieder ein, dass das wohl mit hinten links irgendwie nicht klappen kann. Er seufzt laut und vernehmlich und lässt sich dann aus der Bauchlage auf die rechte Seite plumpsen. Du Frauchen, "Affe" geht noch nicht, ich bin arm.... Ach, Kaiserlein, bald geht's wieder

Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass auch der Meniskus im kaputten Beinchen hinüber war und teilweise entfernt werden musste? Auch hat sich schon leicht Arthrose gebildet, aber im Hinblich auf die krummen Dackenbeinchen vermute ich mal stark, dass er die nicht (nur) durch die 6 Wochen Humpeln hat sondern sich in den 10 Jahren zuvor mühsam erlaufen hat.

SAMSTAG, 5.9.2009, 4. TAG NACH DER OP

Mittags machen wir unsere obligatorische Rundfahrt mit dem Auto und offenen Fenstern, damit das Kaiserlein ein bisschen im liegen beschäftig ist. Heute setzt er sich zwischendurch auch mal hin, guckt aus dem Fenster und bellt ein paar Kühe am Straßenrand an. Gut, der Hund zeigt wieder ganz normale Reaktionen :-)

Das Pflaster auf der OP-Wunde ist übrigens noch drauf!! Ich bilde mir ein, das das nicht allen am 4. Tag noch gelingt, aber da wir Kaiser ja auch sonst 24 Stunden am Tag überwachen müssen wegen des Pfotenbeissens, hat er auch keine echte Chance sein Pflaster mal näher unter die Lupe zu nehmen. Das Pflaster auf der Kopfwunde, wo die Zyste weggeschnitten wurde, hat der Tierarzt allerdings schon am 1 Tag entfernt, aber an die Stelle kann er auch nicht drankommen.....

Also ich dachte zumindest, dass der Hund an die Wunde auf der LINKEN Kopfseite nicht drankommen könnte, schließlich ist er auch auf der LINKEN Seite am Bein operiert worden, kratzen am Kopf mit diesem Bein also undenkbar. Undenkbar...? Natürlich wurden wir eines besseren belehrt. Der Kaiser wäre ja nicht der Kaiser, wenn er nicht Mittel und Wege finden würde, wie man nicht doch an alle Wunden kommt....

Zuerst einmal versuchte er es mit ganz normalem Kratzen mit dem operierten Bein am Kopf. Natürlich alles in Zeitlupe, so dass wir immer schnell eingreifen konnten, aber er versucht das immer mal wieder sehr ausdauernd. Ich weiß nicht, ob's dem operierten Beinchen wirklich schaden würde, aber ich will's nicht ausprobieren und der Kopfwurde würde es auf jeden Fall schaden....

Am Abend startet er einen kreativen neuen Versuch des Wunden-Manipulierens, diesmal getarnt als Spiel, so dass das dumme Frauchen das auch ja nicht merken wird....dachte er zumindest "Affe" geht ja noch nicht, aber auf dem Rücken rumwälzen und sich vom Frauchen dabei krabbeln lassen, das geht schon wieder. Und wir haben herrlich rauhe Fliesen, toll für den Fellwechsel, da geht beim Wälzen auch ordentlich Wolle aus dem Pelz. Aber was herrlich am Pelz juckt, damit kann man sich auch prima an juckenden Wunden reiben. Nach 1 Minuten spielerischem Rumgewälze merkte Kaiser, dass man sich beim Wälzen auch toll an diesen Fliesen die Kopfwunde reiben kann und auch die olle Wunde am Bein. Aber das dusselige Frauchen bemerkte relativ schnell das punktuelle Rumwälzen und setzte dem Treiben ein Ende.

Die Nacht war gut aber kurz. Ich hatte am Abend Kaisers Rhimadyl vergessen aber er war so groggy vom Tag (es gab Kinderbesuch :-), dass er auch ohne prima geschlafen hat

GUTE NACHT!! (das folgende Bild ist natürlich noch aus gesunden Zeiten)

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